Am Nachmittag

Am Nachmittag waren wir eingeladen, die kleine Siedlung zu besuchen, in der in Erftstadt-Blessem Menschen wohnen, die einen Asylantrag gestellt haben. Wir kamen in eine internationale Welt mit Iranern, Irakern, Syrern, Afrikanern verschiedener Länder. Es war eine große Freude, zu sehen, welches Vertrauen und welche Sympathie dem Team, das sich um die Belange der Menschen hier kümmert, entgegengebracht wird. Monika Keßler, Helga Berbuir und Elias Papastopolous. Auch wenn die Häuschen, in denen die Familien leben, denkbar einfach sind, finde sie hier doch eine Heimat auf Zeit und Ansprechpartner für ganz unterschiedliche Fragen und Sorgen. Und sie erleben eine wirkliche internationale Gemeinschaft, die einen ahnen lässt, wie Leila sagt, dass Grenzen eigentlich überflüssig sind. Unsere Gäste aus Kolumbien waren sehr berührt, gerührt und inspiriert von der liebevollen Atmosphäre, die sie erlebten. Dass die Leute gerne zurückkommen, um die anderen zu besuchen, wenn sie selbst schon ein neues Zuhause gefunden haben und dass sie dann sagen können, dass sie glücklich waren in der Siedlung in Blessem ist eine großartige Auszeichnung für das Team.

 

Abends versammelten wir uns im Pfarrzentrum St. Kilian, um den Film über Gabriel Diaz anzuschauen, den Gerd Pelzer mit deutschen Untertiteln versehen hatte. Fast 20 Besucher waren gekommen, die nach dem Film noch in einen angeregten Austausch gingen. Sie zeigten sich berührt von Gabriels Authentizität, seiner spürbaren Liebe und tiefen Freude des Herzens, seiner bedingungslosen Offenheit für jeden, dem er begegnet. Auf die bitteren und verletzenden Erfahrungen seines Lebens antwortet er mit dem Beispiel des Vogelpaares, das, nachdem der Baum, in dem sein Nest mit dem Gelege war, von Menschen gefällt wurde. Sie werden nicht mutlos, sie beginnen einfach wieder von Neuem. Es wurde deutlich, dass für Gabriel, den „rebellischen Priester“, die Rebellion keine Routine-Haltung ist, dass er sich nicht um der Rebellion willen auflehnt, sondern dass er immer dann rebelliert, wenn er die Würde des Menschen, die Gerechtigkeit, den Frieden Christi bedroht sieht.

 

 

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